Steinbearbeitung im Trockenschliff

Keinere Flächen wie z.B.

  • Fensterbänke
  • Treppen
  • Sanitärverkleidungen
  • Grenzsteinplatten
  • Sichtbeton
  • Wand- und Bodenmosaike

lassen sich ideal mit Handmaschinen bearbeiten. Ob für Granit, Travertin, Marmor, Kieselsteine, Beton und Terrazzo, eignet sich besonders der superharte Diamant als Schleif- und Poliermittel.

Es gibt auf dem Markt zahlreiche gut funktionierende Nass-Schleifsysteme. Durch die Wasserzufuhr wird die beim Schleifen entstehende Reibungswärme abgeführt. Unangenehm ist beim Nassschliff der entstehende Schleifschlamm. Auch werden spezielle Maschinen benötigt, die in Verbindung mit Wasser vor Kurzschlüssen gesichert sind.

Die hier angebotenen Schleifscheiben wurden für den Trockenschliff entwickelt. Die dafür geeigneten Maschinen sind wesentlich günstiger und der entstehende Staub kann zusammengefegt oder aufgesaugt werden.

Diamantpad Nahansicht

Wir zeigen Ihnen hier eine fast abgenutzte Scheibe mit 30er Körnung in Nahaufnahme. Normalerweise sind die Diamanten nicht so klar erkennbar, doch wurde diese Scheibe zum Glätten eines Kalk-Zement-Putzes verwendet. Da der Putz extrem weich ist, kommt es zu einer hohen Abnutzung der Bindung und treten die Diamanten besonders deutlich hervor. Je härter das Schleifgut ist, desto geringer schneiden die Diamanten in das Material hinein. Ist das Schleifgut sehr hart (wie z.B. Granit), kann es bei Korn 15-50 vorkommen, dass die Diamanten schneller stumpf sind als die Bindung abgenutzt wurde. Die Scheibe schneidet dann nicht mehr. Entweder beginnt man bei hartem Gestein erst mit Korn 100 oder schärft bei gröberem Korn immer wieder auf weichem Material. Umgekehrt bewirkt der Schliff von sehr weichem Material eine hohe Abnutzung der Bindung, weil die Diamanten voll in das Schleifgut eintauchen und man ständig auf der Bindung reibt. Sie haben dann zwar stets prima scharfe Diamanten, aber etwa bei unseren Arbeiten am Putz war eine Scheibe mit Durchmesser 150mm nach 8qm bzw. 2 Stunden Einsatzzeit verbraucht. Von der bearbeiteten Fläche her gesehen sind die 8qm durchaus okay und vergleichbar mit einem Marmor-Schliff, nur geht beim Verputz alles sehr viel schneller, und dann stutzt man doch, wenn die Scheibe nach so kurzer Zeit ihren Dienst beendet. Für diesen Anwendungsfall wäre alternativ die Verwendung einer Topfscheibe mit harter Bindung zu erwägen.

Geeignete Maschinen

Für den Trockenschliff eignen sich kraftvolle Maschinen mit geringer Drehzahl. Je nach Durchmesser der verwendeten Scheiben, ergibt sich eine andere optimale Drehzahl und Anforderung an die verfügbare Kraft. Wir haben für Sie einige Experimente durchgeführt und günstige Lösungen gefunden.

  • 80mm-Scheiben können bereits mit regulierbaren Bohrmaschinen ab 600 W Leistungsaufnahme betrieben werden. Die ideale Drehzahl liegt bei 1200-1500 U/min. Ebenfalls geeignet sind Winkelschleifer mit Drehzahlregulierung, z.B. eine Ferm FAG-125. Die Maschine ist ab ca. 20 € zu haben und liegt für die kleinen Scheiben angemessen leicht in der Hand. Leider war die Drehzahlregulierung unseres Gerätes binnen kürzester Zeit defekt, weil der Regler wohl nicht gegen Staub geschützt ist. Ähnliches hört man von anderen Anwendern. Also evtl. besser mal 10 € mehr ausgeben.
  • Für die größeren Durchmesser von 100, 115, 125 und 150 mm eignen sich Poliermaschinen, wie sie bei der Autopolitur eingesetzt werden. Eine Ferm AGM1037 ist ab ca. 50 € erhältlich und liefert genügend Kraft auch bei geringeren Drehzahlen.
  • Mörtelmischer mit 180mm Schleifscheibe Alternativ kann man für Scheiben ab 150 mm die Anschaffung eines Mörtelmischers erwägen (auch Rührwerk oder Betonrührer genannt). Die Geräte verfügen über einen M14 Anschluss, wenngleich weiblich. Mit einem M14-Gewinde oder Adapter können die Schleifteller zweckentfremdend montiert werden. Mörtelmischer sind ab 50 € erhältlich. Großer Vorteil dieser Geräte ist, dass sie für den benötigten Drehzahlbereich konstruiert wurden und einen sehr hohen Drehmoment aufweisen. Viele Geräte dieser Preisklasse haben ein 2-stufiges mechanisches Getriebe. Da haut es eher den Schleifer weg, als dass das Gerät stehen bleibt.
    Wir verwenden für die 180er Scheiben ein Rührwerk der Fa. Güde vom Typ GRW 1800 mit 1800 Watt Leistung und den Drehzahlbereichen von 150-300 und 300-650 U/min, Kostenpunkt ca. 90 €. Leider ist das Gerät mit 97 db höllisch laut. Bis Körnung 100 arbeiten wir mit 650 U/min, bei feinerer Körnung wechseln wir zur Poliermaschine mit ca. 1200 U/min. Ab Korn 400 ist auch praktisch kein Drehmoment der Maschine mehr erforderlich.
    Mörtelmischer eignen sich nicht für Schleifteller mit geringerem Durchmesser bzw. kleiner Schleiffläche, weil sich nur Winkelgeräte bei kleiner Schleiffläche stabilisieren lassen. Eine 115er Scheibe an einem Mörtelmischer hat wegen dessen hohen Schwerpunkt die stete Tendenz seitlich auszuweichen. Es erleichtert die Arbeit, wenn man direkt oberhalb der Schleifscheibe einen zusätzlichen Griff montiert
  • Natürlich kann man ebenso für sehr viel mehr Geld Profi-Geräte erwerben, die sich von den genannten Lösungen in sofern unterscheiden, wie sie für den täglichen Einsatz über Jahre hinweg konstruiert wurden, aber dafür deutlich mehr in der Anschaffung kosten. Und ganz ehrlich: am liebsten arbeiten wir mit unserer Makita BO6040 für 150er Scheiben. Die hat zwar mal 340 € gekostet, aber die Kombination aus Rotation und Vibration bei optimaler Drehzahl und Drehmoment ist dafür auch bei der Arbeit unübertroffen effektiv. Was haben wir diese Maschine schon geschunden, bis sie heiß war, dass man sich die Hände dran verbrannte. Macht nix. Sie läuft auch nach 6 Jahren und einigen 1000 Betriebsstunden wie am ersten Tag.

Geeignete Maschinen vorausgesetzt, lassen sich alle Hartgesteine schleifen und polieren. Ebenso sind uns keine Einschränkungen für den Schliff von Weichgestein wie Marmor im Bereich von Körnung 15 bis 800 bekannt. Bei den Politurstufen mit Körnung 1500 bis 6000, funktioniert der Politurschliff nicht bei allen Marmor-Sorten. Allerdings unterschieden sich bei unseren Tests die Einschränkungen bei der Diamant-Trocken-Politur nicht von den Einschränkungen, die ebenfalls bei einer Diamant-Nass-Politur auftreten. Letztlich polieren liessen sich diese Gesteinssorten nur auf chemischem Wege, also nass z.B. mit Polierpulver der Fa. Möller Chemie und einem Nylonpad oder Polierpaste.