Granit polieren

Je härter ein Gestein ist, desto sicherer lässt es sich polieren. Vielfach ist hartes Gestein bereits mit einem Korn 1500 auspoliert und bringt die Bearbeitung mit einem noch feineren Korn keine Steigerung des Resultates.

Allerdings müssen wir klar sagen, dass unsere Hand-Schleifscheiben NICHT speziell für die Bearbeitung von sehr hartem Gestein ausgelegt sind, sondern für Gestein mittlerer Härte wie Beton, Marmor und Terrazzo. Wir müssen Ihnen deswegen etwas erklären, damit Ihre Ergebnisse dennoch gut ausfallen.

Kommen beim Schleifen schwere Industriemaschinen zum Einsatz, dann benötigen diese Schleifmittel mit unterschiedlich harter Bindung. Für Hartgestein wie Granit kommen Scheiben mit weicher Bindung zum Einsatz, für Weichgestein wie Sandstein oder Verputz kommen Scheiben mit harter Bindung zum Einsatz. Warum?

Wird ein weicher Stein geschliffen, können die Diamanten sehr tief in das Material eindringen. Das Material schleift ständig auf der Bindung und nutzt diese ab, so dass die Diamanten ausfallen, lange bevor sie abgenutzt und stumpf sind. Man hat einen viel zu hohen Verschleiß. Ist die Bindung hart genug, nutzt sie weniger ab und hält die Diamanten in etwa so lange, bis sie ausfallen sollen weil sie stumpf und abgenutzt sind.

Wird ein sehr harter Stein geschliffen, dann können die Diamanten kaum in das Material eindringen. Das Material schleift ständig auf den Diamanten. Das kann zur Folge haben, dass die Diamanten abstumpfen ohne sich zu erneuern. Man hat keine Abnutzung, aber irgendwann auch keine Arbeitsleistung mehr. Eine weiche Bindung beschleunigt die Abnutzung und sorgt für eine konstante Arbeitsleistung.

So weit, so gut, was die Industriemaschinen betrifft. Arbeitet man hingegen mit Handmaschinen, lässt sich das Verhalten der Schleifscheiben beeinflussen durch Änderungen an der Schnittgeschwindigkeit (Drehzahl) und dem angewandten Druck. Reduziert man den Druck bei weichem Stein, tauchen die Diamanten weniger tief in das Material ein und nutzt die Bindung weniger stark ab. Gleichzeitig kann man bei weichem Stein die Drehzahl deutlich erhöhen und so insgesamt eine identische Arbeitsleistung erhalten.

Bei sehr hartem Gestein ist es gerade umgekehrt. Erhöht man den Druck, tauchen die Diamanten tiefer in den Stein ein und erhöht sich ebenfalls die Reibung auf der Bindung. Doch dadurch entsteht auch mehr Reibungswärme, was die Diamanten zur Rotglut bringen kann. Sie würden aus der Bindung rausschmelzen. Man muss also gleichzeitig die Schnittgeschwindigkeit reduzieren, die Maschine deutlich langsamer laufen lassen.

Zwei Hinweise noch in diesem Zusammenhang:

  • Klappt es mal nicht gleich und wurde eine Scheibe stumpf, dann lässt sich diese wieder schärfen, indem Sie mal kurz etwas Beton schleifen.
  • Handmaschinen für die Bearbeitung von Hartgestein müssen bei geringer Drehzahl ein hohes Drehmoment aufweisen. Billige Maschinen, die bei 3000 U/min 800 Watt Arbeitsleistung haben, wirken bei 300 U/min eben nur noch mit einer Kraft von grob 80 Watt. Das kann bei durch Druck erhöhter Reibung nicht funktionieren. Die Maschine wird auf null abgebremst und bleibt stehen. Je größer der Durchmesser einer Schleifscheibe ist, desto größer ist das geschilderte "Problem" oder die Anforderung an das Arbeitsgerät, denn eine große Scheibe erfordert die geringste Drehzahl bei höchstem Druck. Wollen Sie also nur mal ausprobieren und nicht gleich in eine teure Maschine investieren, dann sollte der Test mit kleinen Schleifscheiben im Durchmesser erfolgen.

Weil man bei Handmaschinen über Druck und Schnittgeschwindigkeit (Drehzahl) Einfluss nehmen kann auf das Verhalten des Schleifmittels, genügen in diesem Bereich Schleifscheiben mit mittelharter Bindung für alle Zwecke. Der Anwender muss nur wissen, wie er damit umzugehen hat.